****       Sapere aude!        ****        
                 
Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! – forderte der Philosoph Immanuel Kant vor mehr als 200 Jahren. Er hatte etwas viel von uns verlangt, aber ein wenig sollten wir ihm schon entgegenkommen. Jeder auf seine Weise. Hier die meine.
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Neuguinea ist nach Grönland die zweitgrößte Insel der Erde. Riesige Waldgebiete bedecken das Land, von dem große Teile bis heute kaum jemals von Europäern betreten worden sind. Oft auch nicht betreten werden dürfen. Die Pflanzen- und Tierwelt gilt daher als nur wenig erforscht.

Neuguinea ist die Urheimat der Papua (malaiisch "Kraushaarige"). Die Anzahl der Papua-Sprachen wird auf etwa 1000 geschätzt. Bis heute hatten die meisten der Ur-Einwohner niemals oder kaum jemals Kontakt zur übrigen Welt. Ihre steinzeitliche Kultur konnten sie dann auch weitestgehend bewahren. Geisterglaube ist allgemein verbreitet, mit Kannibalismus ist noch immer zu rechnen. Dort aber, wo bei der indigenen Bevölkerung unsere Art der Zivilisation eingedrungen ist, verändert sich ihr Leben drastisch. Wer es mit dem unter ihren Urbedingungen zu vergleichen trachtet, kommt ins Grübeln. Gut oder nicht gut?

Nach einer wechselvollen Eroberungsgeschichte wird der ehemals von den Niederländern beherrschte Westteil der Insel seit 1963 von Indonesien beansprucht. Zunächst Irian Jaya („Siegreiches Irian“) benannt, heißt diese Provinz Indonesiens heute, dem Druck der Einheimischen folgend, schlicht Westguinea oder Westpapua. Ein als Transmigrasi etikettiertes Programm der indonesischen Regierung hat die Zersiedelung Westneuguineas durch Indonesier aus anderen Gegenden zum Ziel, vor allem aus dem bevölkerungsreichen Java. Den Kampf um die Unabhängigkeit von Indonesien mussten hunderttausende Papuas mit dem Leben bezahlen. Und noch heute gibt es erbitterte Auseinandersetzungen.

Der Ost-Teil, in dem sich die Briten und die Deutschen breitgemacht hatten, ist seit den 1970er Jahren unter der Bezeichnung Papua-Neuguinea autonom. Ein hohes Maß an Kriminalität hat sich seitdem ergeben. Das Land wird daher für Einzelreisende nicht länger empfohlen. 

Indonesien

 

   Reiseziele:

Jayapura, die Provinzhauptstadt  Westneuguineas, und Sentani-See 

* Nimbukrang, ein Vogelschutzgebiet im Tiefland

* Wamena, im Hochland gelegen

* Sulawesi

*Jakarta



Bis auf wenige Siedlungsflächen und die Hochgebirgsregionen ist die Insel mit nahezu undurchdringbaren Wald bedeckt. In Siedlungsgebieten haben Brandrodungen den Bestand gelichtet. Unbeeinflusst werden diese Stellen von Sekundärwald und irgendwann mal wieder - nach Jahrhunderten - von Primärwald eingenommen.


a Die Provinzhauptstadt Jayapura. Das Hochhaus Mitte rechts ist das "Parliament of Papua".

b Fahrräder sind kaum jemals zu sehen, dafür Motorräder wie auch Autos in Massen.

c Die Schule ist aus, die Jungs tollen frei herum, die Mädchen machen das auch, aber zünftig verhüllt.

d Von wegen die Haare selbstschneiden, der Frisör gehört zum unverzichtbaren Luxus.

e Jayapura liegt an dem sich weitverzweigenden Sentani-See

f Freundlich an einen Hofeingang "Juhuuuh!" gerufen, und da kam die Familie an. Auch der Hausherr. Der übernahm das Fotografieren.


a Man muss ein Riesenglück haben, in freier Wildbahn auf einen Palmkakadu (auch Arakakadu, Probosciger aterrimus) zu treffen. Anders, wenn er als Maskottchen angekettet ist.

b Wo immer man auf Leute trifft, sind sie freundlich. Zu unsereinem sogar ganz besonders. Sie grüßen beim Vorübergehen, vom Motorrad herunter und aus dem Auto heraus. Klar, so jemand ist eine Seltenheit, manchen bleibt vor Verwunderung der Mund offenstehen: zwei Kopf größer als man selbst, weißlich, blauäugig. Aber auch untereinander sind sie freundlich, grundsätzlich. Auch im schlimmsten Traffic Jam und bei den verrücktesten Fahrmanövern hört man nie ein böses Wort. Wirklich nie!

c Wer nicht gerade Moslem ist, für den hat ein Hausschwein einen hohen Wert. Durchaus auch im Sinne von Geldwert. Und so trifft man die Tiere überall an. Auch Hunde. Aber nicht als Kosetiere oder als Wachdiener, sondern als Schlachttiere. Ihr Fleisch sei fettfrei, heißt es, besonders zart und wohlschmeckend.

d Die Areca-Palmen (Areca Catechu) sind hier wie in ganz Süd- und Südostasien weit verbreitet. Ihr Samen, die Betel-Nuss, wird zusammen mit Kalkpulver gekaut, wobei sich das in der Betel-Nuss enthaltene Arecolin in den Wirkstoff Arecaidin umwandelt. Arecaidin hat einen berauschenden Effekt und wirkt entspannend, andererseits auch körperlich und geistig stimulierend. Nach einiger Zeit des Käuens wird der rotgefärbte Mundinhalt ausgespuckt. Überall sieht man die Reste.

e Ein Betelnusskauer

f Ackerbau, Tragen und Schleppen ist vorwiegend Sache der Frauen. Männer hingegen sind mehr für strategische Arbeiten zuständig (Hausbau, Äcker anlegen) und  in aller Gemächlichkeit  für den Gedankenaustausch.


Nimbukrang


Ein Vogelschutzgebiet in den Lowlands westlich von Jayapura, etwa 80 km entfernt. Über eine erstaunlich gute Landstraße innerhalb von zwei Stunden zu erreichen.



a Neuguinea wird auch "Insel der Paradiesvögel" genannt, denn hier ist ihr Verbreitungsschwerpunkt. Einer der eigenartigsten ist der "Zwölf-Faden-Paradiesvogel" (Seleucidis melanoleucus). Tatsächlich, genau zwölf solcher fadenartigen Federn sind es.

b, c Das ständige Drehen und Rufen des Männchens hatten schließlich Erfolg. Eine Dame kam angehuscht und machte mit dem Männchen auf Scheinkampf. Man könnte glauben, die beiden gehörten ganz verschiedenen Spezies an. Nichts, aber auch gar keine Ähnlichkeiten sind zu erkennen.

a, b Ohne einen erfahrenen Kenner keine Chance. Alex Waisimon betreibt in dieser Gegend ein gut geführtes Gasthaus für ornithologisch Interessierte und hat eigens für diesen Balzbaum einen Beobachtungsturm errichten lassen. Möglichst helle Kleidung war angesagt, wegen der Mücken. Zur Not ein Partyhemd.

c Kein Beobachtungsstand, daher auch nur aus großer Entfernung oben im Baumwipfel zu beobachten: unter den insgesamt 43 Arten von Paradiesvögeln "der" Paradiesvogel (Paradisaea raggiana, Raggis Großer Paradiesvogel).

d Seine Schmuckfedern sind seit alters auch für die Männer der indigenen Bevölkerung ein willkommener Schmuck

a Schon auf der Hinfahrt die erste Begegnung mit der Wildnis: ein überfahrener Python.

b Wirklich wild sieht es hier aus.

c Da macht sich ein Partyhemd gut.

d Etwa 1000 Arten von Feigenbäumen gibt es auf der Welt. Sie alle gehören einer einzigen Gattung an: Ficus.

e Diese Orchideenart ist einigermaßen häufig anzutreffen.

f Auch schön. Aber eben anders schön.


a Man könnte glauben, diese Echse bringe ihren Schwanz per LED-Trick zum Leuchten: Pacific Bluetail Skink ((Emoia caeruleocauda).

b Auffällig blau leuchtet auch "The Blue Tiger" (Tirumala limniace). Er ist von Madagaskar bis nach Neuguinea verbreitet. Wahrscheinlich schmeckt er potenziellen Fressfeinden nicht so recht.

c Wer kennt ihren Namen? Ist es die Gattung Lyriothemis? Gar die Art L. elegantissima?

d In diesem Fall ist der Name bekannt: Neurothemis fulvia; Fulvous Forest Skimmer.

e Ganz ähnlich: Neurothemis tullia.

f Für Lepidopterologen kein Unbekannter, nicht länger auch für den, der bei Google Bild unter der Kombination "Neuguinea butterfly" nachschaut. Da findet er: Silky Owl Butterfly (Taenaris catops). 

 
 
 
 
Gerald, Wolf, Magdeburg, Gehirn, brain, Philosophie, Geist, Seele, soul, Gott, god, Bild, Foto, picture, image, Neurotheologie, neurotheology, Hirnforschung, Roman, novel, "Der HirnGott","Glaube mir, mich gibt es nicht", "Das Liebespulver", Magdeburg, humanities, Geisteswissenschaften, neurophilosophy, Neurophilosophie, mind, body, Hirn, nitric, Stickoxid, Wissenschaftsroman, Hirngott, Theologie, Neurotheologie, Gehirn, Gott, Reisen, Welt, Tiere, Pflanzen, Bilder, pictures, plants, animals, travelling