****       Sapere aude!        ****        
                 
Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! – forderte der Philosoph Immanuel Kant vor mehr als 200 Jahren. Er hatte etwas viel von uns verlangt, aber ein wenig sollten wir ihm schon entgegenkommen. Jeder auf seine Weise. Hier die meine.
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„Die Serengeti darf nicht sterben“  ein epochaler Natur-Film, ohne den es die Savannen Ostafrikas womöglich nicht mehr gäbe, zumindest nicht in ihrer bis heute unversehrten Form. Der Film wurde während der 1950er Jahre von dem Frankfurter Zoologen Bernhard Grzimek und dessen Sohn Michael gedreht. Bis dahin hatten hier nur die Großwildjäger das Sagen. Tansania verehrt die beiden Grzimeks als Helden. Viele Menschen wollen das Spectaculum naturale erleben, nicht eben nur per Fernsehen, sondern in direkter Anschauung. Der Ökotourismus blüht, und dieser spült dem Land Devisen in die Kassen, die nicht zuletzt auch für den Erhalt der Natur eingesetzt werden. Tansania ist kein billiges Reiseland  und, für afrikanische Verhältnisse, erstaunlich sauber. Plastiktüten sind verboten! 


So oder so ähnlich stellt man sich die Serengeti vor. Und: Sie ist so! Die im Fernsehen übliche Dramatik mit Löwen, Leoparden und Geparden fehlt - alles normal. Die Herden der Gnus (Östliches Weißbartgnu, Connochaetes taurinus albojubatus) sind vermischt mit solchen von Steppenzebras. Hunderttausende und Millionen ihrer Artgenossen ziehen Jahr für Jahr auf die Wanderschaft. Vor allem um die Wasserquellen geht es ihnen. 

                                                                                                                                       Das Insert zeigt unsere Reiseroute an.


a Savanne mit den charakteristischen Schirm-Akazien und einem stattlichen Baobab, dem sogenannten Affenbrotbaum. In Afrika gibt es davon nur eine einzige Spezies (Adansonia digitata), auf Madagaskar hingegen sieben. Die Gegend erscheint tierleer. Größere Tiere fehlen, allemal auf den ersten Blick.

b Wer aber genauer hinsieht, zum Beispiel vor die eigenen Füße, wird sofort fündig. Hier eine Fliege, eine von weltweit etwa 160 000 Arten. Wer schon kennt sich da aus. Obwohl recht eigentlich viel interessanter als all die afrikanischen Großtiere, nimmt wohl kaum einer wegen irgendwelcher Fliegenarten die beschwerliche und teure Reise auf sich.

c Jawoll, Zebras, die will man sehen!

d Und Elefanten!

e, f Kleiner zwar als Elefanten, aber immer noch Hingucker: die Schwarzfersen-Antilope (Impala) und (f) die Thomson-Gazelle


a Größer geht es nicht, zumindest zu Lande nicht: Giraffen. Mit ihrem langen Hals finden sie auch zum Boden hinunter und könnten dort frisches Gras zupfen. Die Elefanten nehmen dazu ihren Rüssel. Aber nein, bei Giraffen müssen es ausgerechnet die kleinen Blättchen sein, die zwischen den schrecklich spitzen Dornen der Schirm-Akazien!

b Zusammen mit Löwen, Leoparden, Nashorn und Flusspferd gehört der Afrikanische Büffel zu den Big Five (der Großwildjäger). Diese fünf muss man gesehen haben, um zuhause mit seinen Afrika-Erlebnissen landen zu können. Nicht zu den Big Five (natürlich nicht, obwohl viel hübscher) zählen die Madenhacker. Hier ist es der Rotschnabel-Madenhacker (Buphagus erythrorhynchos). Die Madenhacker befreien ihren Wirt von Insekten ("Ungeziefer"), um sie mit offenkundigem Genuss zu verzehren. Das Insert zeigt den Lappenstar (Creatophora cinerea), der sich an den Büffeln ebenfalls ein Gütchen tut.

c Einer aus der Familie der Glanzstare, der Hildebrandt-Glanzstar (Lamprotornis hildebrandti).

d Noch glänzender der überall häufige Dreifarb-Glanzstar (Lamprotornis superbus)

e Ebenfalls oft zu sehen die Gabelracke (Coracias caudatus). Und auch sie tritt Im Schönheitswettbewerb an.

f Ist der kleine Papagei Agapornis personatus (von Käfighaltern "Schwarzköpfchen" genannt) etwa der Ober-Allerschönste?


a Die Leierantilope, auch Topi genannt, gehört zu den Charaktertieren der Serengeti. Leider auch, wie im Insert gezeigt, die Tsetsefliege (Gattung Glossina). 30 Arten bzw. Unterarten gibt es davon, hier die in der Serengeti ungemein häufige. Ihr Stich ist unangenehm, schlimmer noch, sie kann damit die Schlafkrankheit übertragen. Ursache ist eine einzelliges, zu den Flagellaten zählendes Tier, das die Blut- und die Lymphbahnen besiedelt. Folgen: Verwirrtheit, Koordinationsstörungen und die namengebenden Schlafstörungen. Schließlich schlafähnlicher Dauerzustand, der unbehandelt zumeist zum Tode führt.

b Auch dieser Bursche kann unangenehm werden.

c Wenn man freundlich mit dessen Artgenossen spricht, sollte man doch wohl ein Freund werden können. Leider ist zu Testzwecken das Verlassen der Fahrzeuge  strengstens verboten.

d Ein weiterer Angehöriger der Großen Fünf: der Leopard. Hier zu besichtigen mit einem Abstand von zwei oder dreihundert Metern. Allein die Fototechnik sorgt für die Nähe.

Sieht er nicht niedlich aus, dieser Kerl? So richtig zum Schmusen.

e Ein Blick in den berühmten Ngorongoro-Krater. Kein Krater eigentlich, sondern eine riesige Caldera, die nach dem Zusammenbruch einer großen vulkanischen Blase entstanden ist. Ein Paradies für Wildtiere. Im Vordergrund eine Kandelaber-Euphorbie (Euphorbia candelabrum). Sieht aus wie ein Kaktus, ist aber keiner, sondern ein Wolfsmilchgewächs. Natürlicherweise gibt es Kakteen nur in der Neuen Welt.

f In Scharen der Schwarzstorch, ein Wintergast aus aus paläarktischen Breiten.


a Sehr erhaben: Urolestes melanoleucos, der Elsterwürger. Wie alle Würger zu den Singvögeln zählend, aber (so auch unser heimischer Neuntöter) mit einem raubvogelartigen Hakenschnabel. Nahrhafte Insekten gibt es hier genug, die Würger würden diese das Fürchten lehren, wären sie furchtfähig.

b Klein und harmlos:  der zu den Webervögeln gehörende Samtweber oder Samtwida (Euplectes capensis). Ihm haben es die Grassamen angetan.

c Hübsche Flattertiere, aber wie ist ihr Name? Googeln hilft, wenn auch nicht bei dem rechts oben. Links: Junonia terea, engl. Soldier Pansy genannt oder Soldier commodore. In der Mitte unten: Junonia hirta, Yellow Pansy. Beide gehören zu den Edelfaltern (Nymphaliden) so wie auch unser Admiral oder der Kleine Fuchs. Die Namen des Dritten finde, wer kann und möchte.

d) Diese Tiere hingegen, die Anubis-Paviane (Papio anubis), sind von unattraktivem, gräulichem Äußeren. Besonders wenig anziehend empfinden wir, obwohl mit den Affen weitläufig verwandt, ihre Hinterteile. Rührend aber, wie die Lütten Mami und  all die Tanten als Taxi gebrauchen.

e Ein Denkmal für unsere Vorfahren, deren fossilisierte, Millionen Jahre alten Überreste in der Olduvai-Schlucht (nordwestlich des Ngorongoro-Kraters) entdeckt wurden. Das Ehepaar Louis und Mary Leaky hat sich mit deren Entdeckung einen großen Namen gemacht.

f Die Massai, obschon zahlenmäßig gering, sind die wohl berühmteste Bevölkerungsgruppe Afrikas. Allbekannt die Männer in ihrem charakteristischen Shouka-Umhang. Es müssen nicht immer Rinder und Ziegen sein, die sie durch die Steppe treiben. Hier sind es Esel. 


a In den Nationalparks Tansanias sorgen geräumige Zelte für eine verhältnismäßig komfortable Unterbringung. Hier,  in der unmittelbaren Umgebung, darf man sich frei bewegen. Allerdings nicht des nachts! Durchaus einsehbar, denn dann wird die Gegend von Fremden inspiziert, die uns nicht wohlgesinnt sind.

b Frühmorgens dann deren Spuren! Hier die eines ausgewachsen Löwen.

c, d Ob es dieses Tierchen da war oder ein anderes, ließ sich nicht ermitteln. Jedenfalls muss sein nächtlicher Kontrollgang  recht ermüdend gewesen sein. Zu ihrer eigenen Sicherheit schlafen die Löwen hierzulande auf Bäumen. Ansonsten könnten sie zertrampelt werden, von Büffeln zum Beispiel oder von Elefanten.

e Unklar, ob ein Küsschen angeboten oder ein Lippenbiss angedroht wird.

f Diese Aufnahme ist dem Mitreisenden Martin Dissler zu verdanken. Der Löwenmann war an unseren Safariwagen auf geschätzte zwei, zweieinhalb Meter herangekommen, ich saß am offenen (!) Fenster und meinte, dem Tier mit einem lauten "Huuwauu-uuhh!" imponieren zu müssen. Das war riskant, ja, oberdumm, wie sich sofort herausstellte. Denn das Biest schaute mir nun derart in die Augen, dass ich mich nicht zu rühren getraute, geschweige denn, den Fotoapparat in Position zu bringen. Was er überlegte, der Löwe, war klar: "Reiß' ich dem da die Birne runter, oder lass ich's, weil ich ohnehin satt und müde bin?"  Unvergessbar! Eine kleine Ewigkeit später wandte sich das Tier mit einer verächtlichen Geste ab  just der Moment, in dem Martin Dissler das Foto machte.


a Eine der zierlichsten Antilopenarten, der Klippspringer (Tansanischer Klippspringer, Oreotragus oceratus). Kühn schaut er unsereinem ins Auge.

b Lieber schön im Verborgenen bleiben, sagt sich hingegen die Afrikanische Zwergantilope Dikdik.

c Obwohl groß und von auffälliger Gestalt, doch ebenfalls lieber hübsch im Verborgenen: ein Von-der-Decken-Toko (Tockus deckeniaus der Gruppe der Nashornvögel. Ein Weibchen ist es, die Männer haben rote Schnäbel.

d In der Savanne ausgesprochen häufig und sich istets offen präsentierend, der Rüppelwürger (Eurocephalus rueppelli).

e Um wieviel bunter hingegen ist der Starweber (Dinemellia dinemelli).

f Und erst recht der Flammenkopf-Bartvogel (Trachyphonus erythrocephalus). Um ihn in Gebüsch zu erwischen, hieß es, Geduld zu üben. Beim nächsten Rastplatz aber hüpfte diese Pracht vor den eigenen Füßen herum!


a Zumeist versteckt im Gras, dann aber wieder kühn den Kopf hervorstreckend: ein Schabrackenschakal (Canis mesomelas). In dieselbe Gattung gehören der Wolf und alle unsere von ihm abgeleiteten Hunde.

b Auf Reptilien aus zu sein, ist nicht jedermanns und jederfrau Sache, es könnte ja eine Schlange sein. Diese Echse aber - so herrlich bunt! - findet bei allen Sympathie: die Siedleragame (Agama agama).

c Skeptischer hingegen der Blick auf einen Nilwaran (Varanus niloticus). Dieser hier ist noch jung und froh, wenn er in Ruhe gelassen wird. Der Nilwaran kommt südlich der Sahara in fast ganz Afrika vor, und von da aus schlängelt sich sein Verbreitungsgebiet dem Nil entlang bis hin zum Mittelmeer.



An Schönheit kaum zu übertreffen, von Menschen schon gar nicht, der Kronenkranich. Die Jungen müssen an Anmut und Schönheit noch eine Menge zulegen.

b Auch Seen und Wasserstellen gibt es in Tansanias Mitte. Und dort tummeln sich liebend gern die Marabus. Zu den Storchenvögeln zählend, Aasfresser, daher mit fast nacktem Kopf und Hals. Grundhässlich.

c Grundhässlich auch (was sonst?) die Flusspferde. Tagsüber harren sie im Wasser aus, um am Abend dann im Grasland zu weiden.

d Von fragwürdiger Schönheit die Höckerglansgans (Sarkidiornis melanotus), jedenfalls die Männchen mit ihrem eigenartigen Schnabelaufsatz.

e Eleganter dann schon der Afrikanische Löffelreiher (Platalea alba), wiewohl aus menschlich ästhetischer Sicht seine Schnabelform der Gewöhnung bedarf.

f In Seenähe grasen Gnus, dazwischen eine der eher plump wirkenden Elenantilopen. 


a Besonders am Fuße von Gebirgen haben Regenwälder überdauert, hier der Usa Spring Forest in der Nähe von Arusha.

b In größerer Anzahl lassen sich hier die Guerezas (Mantelaffe, Colobus guereza) beobachten.  Kontrastreich schwarz und weiß gekleidete Tiere, an Schulter und Flanken mit einem langen, U-förmigen Umhang geschmückt.

c Wegen seiner Größe eigentlich unübersehbar, dennoch so versteckt, dass man den Vogel kaum gewahr wird: Bycanistes brevis, der Silberwangen-Hornvogel.

d Wer schon kennt die Spinnen hier? Betrachtenswert aber sind sie allemal.

e, f Massereiche Bäume sind längst gerodet, einer aber, weil von religiöser Bedeutung, hat überdauert. Obzwar alt oder gerade deswegen wohl von einer ganz besonderen Schönheit.

 
 
 
 
Gerald, Wolf, Magdeburg, Gehirn, brain, Philosophie, Geist, Seele, soul, Gott, god, Bild, Foto, picture, image, Neurotheologie, neurotheology, Hirnforschung, Roman, novel, "Der HirnGott","Glaube mir, mich gibt es nicht", "Das Liebespulver", Magdeburg, humanities, Geisteswissenschaften, neurophilosophy, Neurophilosophie, mind, body, Hirn, nitric, Stickoxid, Wissenschaftsroman, Hirngott, Theologie, Neurotheologie, Gehirn, Gott, Reisen, Welt, Tiere, Pflanzen, Bilder, pictures, plants, animals, travelling