****       Sapere aude!        ****        
                 
Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! – forderte der Philosoph Immanuel Kant vor mehr als 200 Jahren. Er hatte etwas viel von uns verlangt, aber ein wenig sollten wir ihm schon entgegenkommen. Jeder auf seine Weise. Hier die meine.
____________________________________________________________________________________________________________________________________________

Gerald Wolf, Gastautor / 28.02.2019 / Foto: Pink Sherbet

Zweifel-Fasten mit Schüßler-Salzen!

Ich hielt es nicht länger aus. Wann immer das Radio lief oder der Fernseher, von dem, was da gesagt wurde, konnte ich weniger und weniger glauben. Schließlich gar nichts mehr. Nicht den menschgemachten Klimawandel, nicht den Sinn von Grenzwerten, nicht den von unserer Energiepolitik. Ich zweifelte an der Schutzbedürftigkeit und der Dankbarkeit der bei uns Schutzsuchenden, und auch an dem Seltenwerden von Insekten. Ständig plagten mich die schlimmsten Ahnungen. Mein Vertrauen in unsere Zukunft, in die der EU und allemal die von Deutschland, war futsch! Ängste fingen an, mich zu beherrschen. Beruhigungsmittel halfen kaum noch, ebenso nicht all die verschiedenen Schlafmittel. Tagsüber war ich davon dösig, abends konnte ich nicht einschlafen.

Der Schwund des Bildungs- und Leistungswillens unserer Bevölkerung schien mir wie durch eine Lupe vergrößert, die Einschränkung der Meinungsfreiheit war für mich unbezweifelbare Realität. Die Erblichkeit der Intelligenz glaubte ich bewiesen, nicht aber die Gefahr von Glyphosat. Auch nicht die von konventionell produzierten, allzumal laktose- und glutenhaltigen Lebensmitteln. Die genderwissenschaftliche Durchdringung sämtlicher Etagen unserer Gesellschaft, in Wirklichkeit dringend erforderlich, empfand ich als reinen Unsinn. Die Gentechnik aber, selbst die Grüne, schien mir entgegen den Warnungen der Experten ein Segen zu sein. Und das Allerschlimmste: Ich musste begreifen, dass ich ein Faschist bin, ein Nazi, ein Rassist und ein Sexist. 

Dem Psychiater, der mich nach einer Wartezeit von sechs Wochen endlich zu ihm vordringen ließ, vertraute ich an, dass mir nicht einmal mehr das zu glauben möglich ist, was hocherfahrene Politiker sagen, solche, die bei uns schon lange regieren. Schöne Beispiele fielen mir dazu ein. Die ganze Zeit über zuckte der Arzt mit den Schultern. Je mehr ich ihm von meinen Zwangsgedanken zu wissen gab, umso nervöser wurde sein Zucken. Schließlich erzählte ich auch noch, dass mir die Bedrohung von Rechts gar nicht so erscheine, wie ich meinte, meinen zu müssen. Eher wären doch wohl die Linken und ihre Aktivisten das Verhängnis. Und die Grünen. Da sprang er auf und entschied, nein, leider, er könne mir da nicht helfen. Beim Abschied raunte er mir zu, dass er selbst unter solchen Symptomen leide.

Ein ebenfalls überlaufener Psychotherapeut wartete mit dem Rat auf: Schüßler-Salze. Aber Vorsicht, nicht mit den hochpotenzierten (also hochverdünnten) anfangen, sondern mit den höheren Konzentrationen. Mit anderen Worten, mit einer, weil konzentrierter, weniger potenten Dosierung! Der Typ sah mir meine Verwirrung an, winkte ab und verlangte, ich solle einfach nur vertrauen.   

Was bei Zählzwang, Waschzwang, Kontrollzwang? 

Tatsächlich, sie funktionieren, die Schüßler-Salze!

Ich wollte zunächst nicht für möglich halten, was ich dann an mir selbst erfahren habe. Weil die Dunkelziffer von Menschen hoch ist, die politischen Grübel- und Gedankenzwängen ausgeliefert sind und ihnen anderweitig kaum geholfen werden kann, drängt es mich, mit meinen Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen.  Allerdings weiß ich nichts über die Wirksamkeit von Schüßler-Salzen bei anderen Arten von Zwangsstörungen zu sagen, bei Zählzwang und Waschzwang also, Kontrollzwang und sonstige Zwangshandlungen.

Schüßler-Salze sind zur Pflege oder Wiederherstellung der Gesundheit gedacht, zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens, zur Gewichtsreduktion usw., aber eben auch, wie sich in meinem Falle erweisen sollte, wirksam gegen politische Grübel- und Denkzwänge.

Im Internet fand ich eine große Menge an Angeboten. Tabletten, Globuli, Cremes und Salben, solche von Pflüger, von omp, Orthim und DHU. Dabei hat man unter 12 verschiedenen Funktionsmitteln auszuwählen. Wem das nicht reicht, der findet entsprechende Ergänzungsmittel. Das alles in D6- und D12-Potenzen, aber auch in Form von Extremverdünnungen. Anders als man erwarten würde, erhöht sich mit der Verdünnung die Wirksamkeit. Wie in der Homöopathie. Hochpotenzen reichen bis C100, und sogar noch darüber hinaus. C30 entspricht bereits einer decillionenfachen Verdünnung. Ich wählte auf gut Glück eine Niederpotenz, und zwar die „Energie-Plus-Kur“ mit den Schüßler-Salzen 2, 3, 5 und 7. Jeweils 400 Tabletten. Kostenpunkt 22,00 Euro, und dabei hatte ich – wieso eigentlich? – noch 4,00 Euro gespart! 

Der Erfolg war durchschlagend! Keinerlei Zweifel mehr, alles gut. Die Politiker, solchen, wie man ihnen ständig im Fernsehen, im Rundfunk und in den Zeitungen begegnet, sie wirkten samt und sonders wieder so offen und ehrlich, wie ich das als Jugendlicher immer empfunden hatte. Was an ihren Aussagen zuvor noch heftigste Zweifel-Attacken auslöste, empfand ich – den Schüßler-Salzen sei Dank! – nun wieder als wunderbar beruhigende Wahrheit. Auf welche von Hass triefenden „Informationen“ ich zuvor noch hereingefallen war! Von wegen Einschränkung der Meinungsfreiheit, Zensur, Mundtotmachen der Opposition, Informationssiebung, Kommentare anstelle von Nachrichten – alles Lüge! Auch, dass die Politiker nur die Wahlurnen im Blick hätten, sie ihren Kindern den Besuch staatlicher Schulen ersparen würden, und die Journalisten, wenn sie an ihrem Job hängen, nur in dem Sinne schreiben dürften, wie es den Politikern genehm ist. Zuletzt noch hatte ich geglaubt, das mit dem Diesel und den NOx-Grenzwerten wäre purer Nonsense (hier und hier), weil da angebliche Fachleute, vor allem Pulmologen und so weiter …

Nein, nicht weiter: Aus! 


 
 
 
 
Gerald, Wolf, Magdeburg, Gehirn, brain, Philosophie, Geist, Seele, soul, Gott, god, Bild, Foto, picture, image, Neurotheologie, neurotheology, Hirnforschung, Roman, novel, "Der HirnGott","Glaube mir, mich gibt es nicht", "Das Liebespulver", Magdeburg, humanities, Geisteswissenschaften, neurophilosophy, Neurophilosophie, mind, body, Hirn, nitric, Stickoxid, Wissenschaftsroman, Hirngott, Theologie, Neurotheologie, Gehirn, Gott, Reisen, Welt, Tiere, Pflanzen, Bilder, pictures, plants, animals, travelling