Gerald Wolf
                                                                                                                                              ***     Sapere aude!   ***                                                                                                                                                                                           Schlimm ist es um die Demokratie bestellt, wenn                                                           "politische Korrektheit" und Duckmäusertum                                                                                    das Sagen haben.
 
 

Etwa 8 000 Käferarten warten in Deutschland darauf, von Ihnen beobachtet zu werden, 350 000 sind es in der ganzen Welt, ein Viertel aller Tierarten also! Was ein Käfer ist, erkennt auf den ersten Blick auch der weniger Geschulte, es sei denn, er verwechselt Käfer mit Wanzen, mit Schaben oder Ohrwürmern. Allerdings genau zu sagen, was ein Käfer ist, verlangt ein paar anatomische Detailkenntnisse. Da sind z. B. die zu festen Flügeldecken umgewandelten Vorderflügel und die Kauwerkzeuge – stets beißend, nie stechend. Charakteristisch auch ist der Entwicklungstyp, nämlich wie bei allen höheren Insekten vollständig (holometabol), d. h. über Ei, Larve, Puppe hin zum Vollinsekt (Imago). 


a Wer schon kann der Versuchung widerstehen, wenn es um Fotos von Käfern geht, mit einem Konterfei vom Hirschkäfer (Lucanus cervus) aufzutrumpfen. Das "Geweih" wird von den Kauwerkzeugen (Mandibeln) gebildet und dient, wenn da ein anderer Hirschkäfermann auftaucht, dem Kräftemessen. Die Weibchen sind in Analogie zu unseren Hirschen geweihlos. Nicht nur in alten Eichenwäldern kann man diese Tiere antreffen, auch in Gärten und Parks, vorausgesetzt, es gibt für die Entwicklung der Larven genügend morsches und verpilztes Holz. Und das ist in dem aufgeräumten Deutschland ein Problem.

b Auch recht stattlich, aber doch wesentlich kleiner: der Stierkäfer (Typhaeus typhoeus), im Englischen romantisierend Minotaur beetle genannt. Er gehört in die Familie der Mistkäfer.

c Es kann bei Käfern auch viel, viel kleiner zugehen, wie hier in der Blüte des Pyrenäen-Storchschnabels. Die kleinsten Arten messen gerade einmal dreiviertel Millimeter.

d Durch das Larvenstadium muss jeder hindurch, wer Käfer werden will. Dann auch erkennt man, dass sich diese Kerfe von stark segmentierten Vorfahren ableiten.

a Einen halben Zentimeter groß, der Blattkäfer Dlochrysa fastuosa. 

b Nicht viel größer, der Erlenblattkäfer (Agelastica alni).


a Kaum ein Brennnessel-Bestand ohne den Brennnessel-Rüssler (Phyllobius urticae).

b Cicindela campestris, der Feld-Sandlaufkäfer, ist häufig, wird aber ebenso oft übersehen. Achten Sie einmal auf sandigen, sonnendurchglühten Feld- und Waldwegen darauf, was da vor ihren Füßen auffliegt, um sich ein paar Meter weiter wieder auf den Boden zu setzen!  


a Ein anderer Sandlaufkäfer: der Kupferbraune oder Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida). Wie sein Verwandter macht er Jagd auf kleine Insekten und Spinnen.

b Ebenfalls zu den Laufkäfern gehörend, der Goldglänzende Laufkäfer, Carabus auritens.  Er frisst auch mal einen Wurm oder eine Schnecke.

c Nicht alles ist Gold, was wie Gold glänzt. Zum Beispiel der Goldglänzende Rosenkäfer (Cetonia aurata). Vermutlich sind die beiden so von ihrer Schönheit überzeugt, dass sie meinen, es sollte mehr von ihnen geben.

d Der Zwölfpunkt-Spargelkäfer (Crioceris duodecimpunctata) glaubt das offenbar auch. Oder eher noch, dass da keine Spargelpflanze ohne ihn sein soll. 


a Wie man hier an den Schildkäfern (Cassida prasina) sieht, alle treiben es miteinander. Auch ohne Familienprogramm. Man fragt sich, wieso eigentlich bzw. weshalb klappt das bei uns mitteleuropäischen Homines sapientes nicht mehr so wie früher? 

b Blauer Glanz wird gern gezeigt, z. B. vom Frühlings-Mistkäfer (Geotrupes vernalis).

c Nicht ganz so blau, aber kaum weniger beeindruckend: Geotrupes stercorarius, der Wald-Mistkäfer.

d Auch bläulich schillernd: Meloe violacea, der Maiwurm. Kein "Wurm" natürlich, sondern ein Ölkäfer. Die jungen Larven erklettern Blüten und begrapschen dort Wildbienen, um sich von ihnen in deren Nester tragen zu lassen. Dort verzehren sie deren Eier, Larven und Vorräte, werden fetter und fetter, verpuppen sich im Herbst und kriechen im späteren Frühling als Imago wieder ans Licht.


a Im Sommer überall auf Taubnessel und Ampfer, malachitgrün und mit neckischen roten Flügelenden: der Zipfelkäfer (Malachius bipustulatus). Hier ist das Käferchen auf den Pollen der Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris) aus.

b Überhaupt sind Blüten für Käfer Stätten der Üppigkeit. Ein Roter Schmal- oder Rothalsbock, wissenschaftlich Leptura rubra genannt, neuerdings Strictoleptura rubra. 

c Noch ein Bockkäfer, der Schmalbockkäfer Strangalia attenuata. Wegen der bocksähnlichen Fühler wird die Familie Cerambycidae so bezeichnet. In Deutschland gibt es 183 Arten.

d Ein paar Schritte weiter auf einer Brombeerblüte der Graugrüne Scheinbockkäfer, Oedemera virescens. 
 



a Gleich daneben ein kleiner Rüsselkäfer. Die Rüsselkäfer (Curculionidae) sind die artenreichsten. Weltweit gibt es 60 000 Spezies, 1 200 in Mitteleuropa und 765 in Deutschland. Als Pflanzenfresser sind sie oft auf eine einzige Pflanzenart spezialisiert.

b, c Prachtvolles Rot. Die beiden sehen aus wie Vertreter einer Art, stimmt aber nicht, und zwar überhaupt nicht! b Ein Vertreter der Familie der Rotdeckenkäfer (Lycidae) mit 3 500 Arten in der Welt und 7 in Deutschland: Lygistopterus sanguineus, der Rüssel-Rotdeckenkäfer. c Pyrochroa coccinea, der Scharlachrote Feuerkäfer, ein Vertreter der Familie der Pyrochroidae (Feuerkäfer). Davon gibt es 3 Arten in Deutschland und gerade mal 350 in der Welt.

d Umgekehrt hier. Alle diese Käfer sind nur farbliche Spielarten einer einzigen Art, dem Asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis). Er wurde  in Europa zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingeführt und ist stellenweise zur Landplage geworden. Womöglich löscht er irgendwann einmal unsere europäischen Marienkäferarten aus.

e Vermag wie auch viele andere Insekten mit Brennnesseln umzugehen: Phylloperda horticola, der Gartenlaubkäfer. Gehört wie der Pillendreher südlicher Länder zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae), so auch unser Maikäfer.

f Ebenfalls ein Käfer! Und zwar ein Vertreter der Kurzflügler (Staphylinidae), die es in Deutschland auf 1464 Arten bringen. Es ist der Bunte Uferkurzflügler (Paederus riparius). Ihn zu berühren kann Ausschlag und Blasen verursachen.


Hässlich? Erinnert dieser Sumpfrüssler (Lixus spec.) nicht etwas an die Nasenaffen Borneos?

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