Gerald Wolf
                                                                                                                                              ***     Sapere aude!   ***                                                                                                                                                                                           Schlimm ist es um die Demokratie bestellt, wenn                                                           "politische Korrektheit" und Duckmäusertum                                                                                    das Sagen haben.
 
 

Madagaskar, dieses Mal im Südsommer und inklusive Nord

Ein Land zum zweiten Mal zu besuchen (s. "Madagaskar 2013"), schärft den Blick. Das zeigt sich am deutlichsten in solchen Regionen, die schon zuvor besucht wurden. Nicht nur trifft man auf Tiere und Pflanzen, die einem beim ersten Mal entgangen waren. So fiel uns dieses Mal die extreme Sauberkeit in den ruralen Gebieten auf. Die Menschen selbst wirken, als ob ihnen der allgegenwärtige Lateritboden nichts anhaben könne. Überall hängt Wäsche, auf Stricken und Zaunpfählen gereiht, oder auf Rasenflächen ausgebreitet. Die Flüsse und Bäche – absolut sauber! Anders als die mit Unrat gesäumten Flüsse in Deutschland. Hunger gibt es kaum irgendwo, dazu ist die Natur einfach zu großzügig. Für Kleidung sorgen unsere Kleiderspenden. Extreme Armut zwar, dafür viel, viel Zeit fürs Leben. "Was brauche ich mehr?", sollen sich, wie zu erfahren war, die meisten hier fragen. So weit das Auge blickt, ungenutzte Grünflächen, warum sie nicht mit Zebus oder Schafen oder Ziegen vollstellen? Unwillkürlich kommt man ins Philosophieren und fängt an, sich selbst zu fragen. Probehalber nur, natürlich. Wäre wenigstens ein wenig weniger nicht ein wenig mehr?

Ganz anders sieht es in den größeren Städten aus. Zwar auch hier kein Hungerselend, dafür Schmutz und Bettelnde, mitunter sogar Wandschmierereien. Die Menschen wirken trotz der Fülle an Billigwaren, die der globale Markt hereinschleust, nur halb so glücklich wie die da auf dem Lande, die sich all die Errungenschaften der modernen Welt gar nicht leisten können. 


Über weite Strecken hin sieht Madagaskar heute so aus: Weite Ebenen, wo einst Wald wuchs, extensive Bewirtschaftung. Brandrodung ist seit Jahrhunderten das Mittel der Wahl, um Flächen für weidende Zebus zu erhalten. Der Rest an Gehölzen dient als Brennholz und der Holzkohlegewinnung. Eukalypti ersetzen die heimischen Baumarten. Sie wachsen viel schneller und liefern gutes Holz. Der Preis: Überall zeigt sich unfruchtbarer rote Lateritboden. Den Mutterboden spült es nach der Rodung in die Bäche und Flüsse. Devastierung gibt es weltweit. Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre steigt an, wesentlich weil die Rückbindungspotenz der grünen Pflanzendecke abnimmt.


Und so sieht Madagaskar stellenweise noch heute aus. Reste des Waldes, der früher 95 Prozent der Insel bedeckte.  Noch immer gibt es 12.000 Arten von Blütenpflanzen und über 100 Säugetierarten, 80 Prozent von ihnen sind endemisch - kommen also nur auf Madagaskar vor. Dazu 250 Vogelarten, die Hälfte sind Endemiten, und von den 260 Reptilienarten sind es 95 Prozent. Sämtliche der 150 Froscharten gibt es nirgendwo sonst auf der Welt.

So war die Route: Etwa 1000 Kilometer per SUV, dazu zwei Inlandflüge, der eine von der Hauptstadt Antananarivo in den Norden (Antsiranana, zur Franzosenzeit Diego genannt), der andere von der Insel Nosy Be zurück in die Hauptstadt.






a Antananarivo: Auf dem Bergrücken die Palast-Ruine (Rova) der Merina-Könige (1995 ausgebrannt, im Wiederaufbau).

b Der Markt inmitten der Stadt.

c Viele Frauen zeigen sich auch tagsüber mit einer Maske aus Erden und Kräutern. Ihre Schönheit dringt dennoch durch.

d Hier findet man, was bei uns vor Wochen oder Jahren in die Kleidersammlung geraten ist.


Weiter außerhalb, dort wo die ruralen Gebiete beginnen und die größeren Städte fern sind, Bäche und Flüsse von edelster Sauberkeit. Sich zu waschen und zu baden, gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen der Bevölkerung.

a Es muss keine installierte Dusche sein, eine Schüssel tut's auch. Und das Wasser ist immer warm.

b, c Suchenden Auges, kein Müll. Nirgend wo!

d Auch nicht in den Siedlungen.


a Dafür begegnet einem unterwegs schon einmal etwas Schlängelndes. Hier Leioheterodon geayi (Speckled hognose, Gefleckte Madagaskar-Hakennatter). Sie gehört zu den Trugnattern, deren giftiger Speichel über die Bisswunde in die Beute gerät (Vögel, kleinere Säugetiere, auch Schnecken und Insekten). Für den Menschen kaum gefährlich. Trotzdem, probieren wollten wir es nicht.

b Auch läuft dann und wann einmal ein Chamäleon über die Straße. Zum Beispiel ein farbenprächtiges Panther-Chamäleon (Furcifer pardalis  "Furcifer", welch Name!). Chamäleons brächten Unglück, meinen viele Madagassen. Womöglich lässt man sie deshalb in Ruhe. 

c Schmetterlinge der prachtvollsten Arten schleckern Mineralien aus dem regenfeuchten Straßensand.

d Und von oben herab  guckt ein Fody (Foudia madagascariensis). Ausgesprochen hübsch ist er, und auch recht häufig. Der Prachtkerl gehört zur Webervogel-Familie und wird mitunter für Reisbauern zur Plage.


Am Wegesrand

a Ebenfalls häufig, aber winzig und nicht so auffällig gefärbt, der zur Familie der Prachtfinken gehörige Mannikin (Lonchura nana)

b Im Norden und im gesamten Westen verbreitet: der Sakalava-Webervogel (Ploceus sakalava).

c Wie kunstvoll er sein Nest webt! "Er", d. h., das Männchen. Die Weibchen schauen zu und legen irgendwann einmal ihre Eier hinein. Falls das Männchen Glück hat.

d Die Madagaskar-Grüntaube (Treron australis) guckt zu und staunt. Ihr Nest ist wie das aller Tauben sehr bescheiden konstruiert.


Zur Belohnung für die nervige Straßen- und Pistenfahrerei ab und an mal wieder ein Stückchen Ursprünglichkeit.

Am Wegesrand

a Der Große Vasa-Papagei (Coracopsis vasa).  Am frühen Morgen oder gegen Abend fliegen sie laut schreiend über den Baumkronen.

b Unserem Habicht ähnelnd, Polyboroides radiatus (Madagascar harrier-hawk). Endemisch zwar, aber in ganz Madagaskar verbreitet, dazu recht häufig. Bloß eben man muss ihn auch sehen! Und fotografieren!

c Spinnen, gleich ob am Morgen oder am Abend, immer faszinierend.

d Doch wird dieses Tier hier noch mehr Freude auslösen: Precis rhadama, ein Edelfalter (Nymphalide) auf sandiger Piste durch den Trockenwald West-Madagaskars. Schon für 1,82 Euro zu haben: http://www.insectdesigns.com/Precis-rhadama-Madagascar.html

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