Gerald Wolf
                                                                                                                                                 ***     Sapere aude!   ***                                                                                                                                                                                           Schlimm ist es um die Demokratie bestellt, wenn                                                           "politische Korrektheit" und Duckmäusertum                                                                                    das Sagen haben.
 
 

Hier verwirbelt der Geist des Mittelalters mit dem der Moderne. Anfang des 13. Jahrhunderts war es in Oxford zwischen den Angehörigen der Universität und der städtischen Bevölkerung zu Handgreiflichkeiten gekommen, weshalb die Professores und Studiosi nach Cambridge flohen, um hier eine neue Universität zu errichten. Heute führen beide Universitäten das britische Uni-Ranking an. Die Colleges (Cambridge hat davon 31; ein Viertel der Einwohner sind Studenten) erfüllen Aufgaben ähnlich denen des Studentenwerkes in Deutschland (Unterbringung, Verpflegung). Dazu aber haben sie eine akademische Kernaufgabe, das sogenannte Tutorial: Kleine Gruppen von Studenten (auch Studenten einzeln) werden von den Lehrkräften der Universität ins Gebet genommen. Um Fakten geht es, um Denken, Argumente und Rhetorik. Kuscheln und andere pädagogische Mätzchen gehören nicht dazu. Kein Wunder: Aus Cambridge sind bisher mehr Nobelpreisträger hervorgegangen als aus ganz Deuschland!


a London. Eine drei viertel Stunde Bahnfahrt in nordöstlicher Richtung, und man ist in Cambridge.

b The King's Parade mit Blick auf King's College. Rechts King's Chapel, eines der wichtigsten Wahrzeichen der Universitätsstadt. Die meisten der Institute und die Kliniken befinden sich außerhalb des historischen Zentrums.

c Abends wird angestanden ("English like queuing"!), um in der Kathedrale von King's College King's Voices zu lauschen. Für die anglikanische Kirche ist der Chor im Wortsinne tonangebend.

d Prunkvoll das Chorgestühl, noch übertroffen von dem höchst kunstvollen Fächergewölbe, dem weltweit größtem seiner Art.


a Seit jeher dominiert in Cambridge die Muskelkraft. Neben der des Geistes.

b Der Eingang zu Christ's College. Hier studierten der Dichter John Milton, Sir Martin Evans (Nobelpreis 2007 für die Entwicklung der sog. Knockout-Maus, einem wichtigen Tiermodell für die Genetik) und, last but not least, Charles Darwin.

c Hier hat Darwin gewohnt und studiert. Und zwar Theologie! Der Blick durch’s Schlüsselloch verrät, der große Theoretiker ist nicht zuhause.   

d Sehr formell, so ein Dinner im College. Es kann durchaus passieren, dass ein Student von seinem Professor eingeladen wird. Dann gilt es, intellektuell zu brillieren. Mit Chatten ist es nicht getan, auch heutzutage nicht.


a Am Eingang zum St. Johns College, dem drittgrößten in Cambridge. Der Mathematiker und Physiker Roger Penrose (geb. 1931) ging hier ein und aus. Zusammen mit Steven Hawking kam er zu der Einsicht, dass es keine Lösungen der Einsteinschen Feldgleichungen ohne Singularitäten (z. B. Urknall oder Schwarze Löcher) gibt.

b Die Seufzerbrücke über die Cam, eine "Cam-Bridge" also. Sie erinnert an das venezianische Vorbild. Vielleicht kam hier aber auch der eine oder andere Student ins Seufzen, wenn er auf dem Weg zur Prüfung war.

c Nicht wie in anderen Kirchen weht hier nur der Hauch der Geistlichkeit, nein, in den Chapels der Colleges weht auch der Hauch großer Geister. Welche Größe hätten sie erreicht, wären sie in den Genuss heutiger Bildungsreformen gekommen? Und deren Reformen? - Bitte, denken Sie jetzt nicht an Zwergobst!   

d Die Decke erinnert an ein großes Boot, das kieloben treibt.  

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