Gerald Wolf
                                                                                                                                                 ***     Sapere aude!   ***                                                                                                                                                                                           Schlimm ist es um die Demokratie bestellt, wenn                                                           "politische Korrektheit" und Duckmäusertum                                                                                    das Sagen haben.
 
 

Bürgerkriege haben dem Land stark zugesetzt, zuletzt noch im Jahr 2000 der Eritrea-Krieg. Hungersnöte taten Übriges. Heute nun geht es den Menschen deutlich besser. Ein Bevölkerungswachstum von jährlich 2,6 % birgt jedoch die Gefahr von weiteren Katastrophen. Äthiopien verfügt über eine starke Armee, die für Ruhe nach außen hin sorgt. Die Kriminalitätsrate ist dank einer straffen Polizeiorganisation niedrig. Fast die Hälfte der Bevölkerung gehört der äthiopisch-orthodoxen Kirche an, ein Drittel sind sunnitische Muslime, der Rest teilt sich in Christen anderer Konfessionen und Menschen mit Naturreligionen. Religiöse Konflikte scheinen eher selten zu sein. Noch? Als Wirtschaftsfaktor spielen China und Russland eine immer wichtigere Rolle, und das in aller Stille. Immerhin geht es um Bodenschätze und, natürlich, um gefällige Politiker. Wie in so vielen anderen afrikanischen Staaten auch.


a Grün wird von naiven Menschen gern für Natur gehalten. Die das gesamte Hochland beherrschenden Eukalyptuspflanzungen sind aber genauso wenig Natur wie die Kiefernforste und Maisfelder bei uns zuhause. Kultur ist das, Forstkultur. Oder eher wohl Unkultur.

b Frauen (!) schleppen Eukalyptuszweige in Form zentnerschwerer Bündel zur Verkaufsstelle. Da bedarf es dringend einer Männerquote!

c Basaltkegel erinnern an die vulkanische Geschichte des Landes.

d Landestypische Rundhütten. Wer sich's leisten kann, wohnt in einem Häuschen mit Wellblechdach.



a Lalibela, der Ort mit den vielen Felsenkirchen. Der Name rührt von dem des sagenumwobenen Königs, der das Land im 12. Jahrhundert regierte und angeblich alle die Felsenkirchen innerhalb von 40 Jahren errichten ließ.

b Das recht weiche Gestein machte es möglich, die Kirchen aus dem Untergrund herauszuschlagen. Nach außen hin sind sie fast unsichtbar. Feindseligkeiten der Nachbarn zwangen dazu.

c Hier die Kirche des heiligen Georg. Die ersten Felsenkirchen stammen aus dem 10. Jahrhundert, die jüngsten aus dem 13. Danach wurde der Rundkirchenbau bevorzugt.

d Die im Christentum verbreiteten Kreuzformen entwickelten im äthiopischen Raum kunstvolle Eigenheiten.  


a Das Kreuz einer benachbarten Felsenkirche.

b Diese Brücke wurde eigens für Touristen gebaut.

c Der Grünschwanz-Glanzstar Lamprotornis chalybaeus. Felsenkirchen sind für ihn etwas Gewöhnliches.

d Einsame Studien.


a Welch Glücksfall: Ein Pärchen des für Äthiopien endemischen Taranta- oder Bergpapageis. Agapornis taranta, wie ihn die Zoologie benennt, posiert auf einem kahlen Baum. Das Männchen unterscheidet sich vom Weibchen durch die rote Stirn. In Liebhaberkreisen ist die Gattung Agapornis (die "Unzertrennlichen") durch die Rosenköpfchen und weitere Verwandte bekannt.

b Markttag in einem kleinen Dorf. Solch ein Gewimmel muss man sehen.

c Alles Bio oder was?

 d Trotz meines Drängens will sie sich nicht fotografieren lassen. 

  

a Wie viele Dinge gibt es hier, deren unsereiner nicht bedarf.

b Dieser Mann hat in seinem Leben schon viel nachgedacht. Könnte man denken.

c Für unsereinen malerisch, aber nicht sonderlich wohnlich. 

Ein Teller mit Küchenabfällen. Ein Glanzstar interessiert sich, Swainson-Sperlinge (Passer swainsonii, endemisch) und (vorn) ein nichtidentifiziertes Webervogelweibchen. 


a Zum Südosten hin werden Kamele häufiger.

b Die Brillentaube (Streptopelia decipiens) fällt durch ihr häufiges Gurren auf.

c Ein Silberwangenhornvogel (Bycanistes brevis) guckt zu uns runter. In buschiger Landschaft mit fruchttragenden Bäumen nicht eben selten.

d Eine große Besonderheit: Myrmecocichla aethiops, der Ruß- oder Ameisenschmätzer. Nur in einem schmalen Streifen des nördlichen Äthiopiens zu sehen. 

  

 

a Pärchen von Thamnolaea semirufa, dem Spiegelschmätzer.

b Der ostafrikanische Graben. Vielleicht morgen schon oder doch erst in ein paar Millionen Jahren wird er aufreißen und Ostafrika wie einst Madagaskar vom Kontinent abtrennen. Einen Tsunami wird es geben, der bis hoch in die Anden reicht. Die biblische Sintflut kann dafür gerade Mal ein kümmerlicher Modellversuch gewesen sein.

c Da geht's verdammt steil hinunter.   

d 20 Meter unterhalb der Abbruchkante sonnen sich zwei Klippschliefer. Die Art Procavia capensis ist am Horn Afrikas mit einer eigenen Unterart vertreten. Nur äußerlich ähneln die Klippschliefer den Murmeltieren, sie sind jedoch keine Nagetiere, sondern Elefanten(!)-Verwandte.


a Am Pass in 3200 m Höhe bilden silberfarbene Strohblumen üppige Polster.

b Heuschrecken bekommen in dieser Gegend gigantische Ausmaße.

c Dort, wo Wasser ist, kommt eine Menge an Vogelarten zusammen. Hier der in Afrika weithin verbreitete Dreiband-Regenpfeifer (Charadrius tricollaris).   

d Ein Bienenfresser der Art Merops pusillus (Zwergspint). Südlich der Sahara ist er recht häufig anzutreffen.  


a Seine Heiligkeit, der Ibis. Obwohl er wissenschaftlich Threskiornis aethiopicus heißt, ist sein Vorkommen nicht auf Äthiopien beschränkt. Feuchtbiotope vorausgesetzt, kommt er südlich der Sahara in fast allen Ländern vor.

b Man winkt uns heran einzutreten.

c Die Hausfrau wartet schon.   

d Hochinformative Tapete.  


a Getreidedrusch wie in alten Zeiten. Die Rinder werden sich fragen, was das soll, immerzu im Kreis zu laufen.

b Diese Rundhütten dienen als Vorratsspeicher, andere den Haustieren als Unterschlupf. Im Vordergrund Deckel, die kunstvoll aus Kuhdung geformt sind.

c Ein soziales Experiment, das klappt: Kein Rumstehen und Auf-den-nächsten-Tag-warten, stattdessen werden die Leute nach Zeit und Erfolg bezahlt. Siehe da, die Arbeit wird mit so noch nicht bekannter Geschwindigkeit und in höchster Qualität fertig. Da ist man gern mit von der Partie.   

d Auch dies hier weist nach vorne: Junge Leute in einer höheren Schule. Disziplin ist angesagt, Ordnung und Anstand. Freundlich sind sie sowieso, und die Schüleruniformen sorgen für Gleichheit. Deutschland, das Land der fragwürdigsten Schulreformen, täte sich gut mit einer Uniform-Reform. Stattdessen: weniger Hard Sciences, dafür mehr Weiches; Verzicht auf anspornende, weil diskriminierende Zensuren; wozu sich in die Kultur des Gastgeberlandes integrieren, wenn man eine eigene hat? Und: bloß keine Kopfnoten!

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