****       Sapere aude!         ****        
                 
Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! – forderte der Philosoph Immanuel Kant vor mehr als 200 Jahren. Er hatte etwas viel von uns verlangt, aber  ein wenig  sollten  wir   ihm schon  entgegenkommen. Jeder auf seine Weise. Hier die meine.
 

Ägypten hatte bereits 3000 v. Chr. eine Hochkultur, in Europa hingegen war es damals noch dunkel. Doch die Europäer kamen, zuerst mit Alexander dem Großen, danach mit den Römern. Ab dem 7. Jh. unserer Zeitrechnung folgte die Arabisierung und Islamisierung des Landes. Heute verfügt Ägypten (nach Südafrika) über die zweitstärkste Industrie Afrikas. Der Tourismus ist wichtiger Devisen-Einbringer. Doch ihm spielt der Terrorismus übel mit. Davon spürt man am Roten Meer kaum etwas, außer dass viele Hotelbauten im Ansatz steckengeblieben sind.


Gorgonia Beach Resort, das am weitesten südlich gelegene, große Ferienparadies am Roten Meer. All inclusive (O. K., warum nicht?), komfortables Wohnen und direkt vor der Anlage ein wunderbares Riff. Urlaub in Deutschland ist zumeist viel teurer.



Welch Erlebnis! Geschützt durch die Taucherbrille, ein Blick von der Wüstenlandschaft, die das Meer bis an die Wasserkante säumt, unter die Wasseroberfläche. Eine Welt, die großartiger kaum sein kann. 

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  • Chaeton austriacus, Polypen-Falterfisch, Chromis viridis, Schwalbenschwänzchen. Rotes Meer, Gorgonia Beach
  • Pseudanthias squamipinnis, Juwelen-Fahnenbarsch. Rotes Meer, Gorgonia Beach

a Die Riffkante. Ihre Buntheit fällt erst bei näherem Betrachten auf.

b Polypen-Falterfisch (Chaeton austriacus) und das Schwalbenschwänzchen (Chromis viridis).

c Oft in großer Schar: Pseudanthias squamipinnis, der Juwelen-Fahnenbarsch. 

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a Auf erstaunlich gut ausgebauter Landstraße (erstreckt sich über hunderte Kilometer parallel zur Küste) geht es zum Tauchschiff. Die Wüste grenzt wie überall direkt ans Meer.

b Investruinen. Die Terrorismusgefahr hat den Appetit der Touristen kräftig gedämpft. Doch scheint die Gefahr gerade im menschenarmen Süden gering zu sein, geringer vielleicht als bei uns in Deutschland.

c Mit diesem Schiffchen hinaus zum Sataya Reef, weit draußen im Meer! Übernachtung inklusive.

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  • Gomposus caeruleus. Vogel-Lippfisch. Rotes Meer, Gorgonia Beach
  • Tridacna maxima, Riesenmuschel. Rotes Meer, Gorgonia Beach

Mit Taucher-Buddy Horst. Er hatte errechnet, unser Gesamtalter beliefe sich auf 145 Jahre, war aber charmant genug, meinen Anteil zu verschweigen. Auch gefiel er sich im Verkünden, dass Unterwasserunfälle hierzulande ganz unbürokratisch als Seebegräbnisse abgewickelt würden. 

b Meine Unterwasserkamera vertrug gerade mal bis zu 10 m Wassertiefe. Auf die Tauchgänge musste sie also verzichten, daher ein paar Extratouren per Schnorchel. Hier der Vogel-Lippfisch (Gomposus caeruleus) inmitten von Steinkorallen. Hellviolett die Himbeerkoralle (Pocillopora verrucosa).

c Die Riesenmuschel (Mördermuschel", Tridacna gigas) ist tief in die Steinkorallen eingelassen. In ihren hellblauen Mantellippen leben symbiontische Algen, die ihnen die Farbe verleihen. 

  • Chaeton austriacus, Polypen-Falterfisch, Chromis viridis, Schwalbenschwänzchen. Rotes Meer, Gorgonia Beach
  • Zebrasoma desjjardinii, Brauner Segelflossendoktor. Rotes Meer, Gorgonia Beach
  • Arabischer Doktorfisch, Acanthurus sohal. Rotes Meer Gorgonia Reef

a Am Riff überall häufig anzutreffen: Polypen-Falterfisch (Chaeton austriacus) und das grünlichblaue Schwalbenschwänzchen (Chromis viridis).

b Nicht so oft hingegen Zebrasoma desjjardinii, der Braune Segelflossendoktor.  

c Sein Verwandter, der Arabische Doktorfisch (Acanthurus sohal), hält sich gern im Seichten auf. Wie alle Doktorfische trägt er an der Schwanzwurzel scharfen "Skalpelle", die er zur Verteidigung einsetzt. Geradezu dreist, wie er mich damit bedrängt.

Vor dem dämmrig blauen Hintergrund heben sich zwei "Zitronengelbe Demoisellen" ab, Pomacentrus sulfureus.




Eine wahre Lust, den Delfinen nicht einfach nur zuzuschauen, sondern mit ihnen zu schwimmen.









Vom Tauchschiff ein Blick aufs Riff.  Kaum zu ahnen, welch Pracht einen dort erwartet.


  • Rotkehlpiper, Anthus cervinus. Ägypten, Rotes Meer, Gorgonia (5)
  • Küstenreiher, Egrettagularis. Rotes Meer, Gorgonia Beach (3)
  • Palmtaube, Streptopelia senegalensis. Ägypten, Rotes Meer, Gorgonia Beach

Bestens gepflegte Hotelanlagen bieten einigen Vogelarten ein Zuhause:

a Ein Rotkehlpieper (Anthus cervinus), der sich endlich aufraffen sollte, sein Brutgebiet in der Taiga oder, höher noch, in der Tundra aufzusuchen.

b Heimisch hingegen ist der Küstenreiher (Egretta gularis). Sieht aus wie einen Seidenreiher, hat aber anstelle gelber Füße gerade mal blaßgelbe Zehen. Offenbar ein eitler Typ: Am linken Fuß trägt er eine Thevetienblüte.

c Immerzu ertönt das "Puu pu PuU-pUu-hu" der wegweisenden Palmtaube (Streptopelia senegalensis).

Wenn sich Möwen zeigen, dann wohl immer "nur" die Weißaugenmöwe (Ichthyaetus leucophthalmus). Ein Endemit. Das Verbreitungsgebiet ist auf das Rote Meer und den angrenzenden Golf von Aden beschränkt. 


Weißaugenmöwen sind überhaupt nicht scheu und nehmen ausgesprochen gern ein Bad im Süßwasser des Pools.

 








Wenn man schon mal hier ist, gehört ein Ausflug in die Wüste einfach dazu.

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a Wüst und leer, Wüste eben. Nichts, aber auch gar nichts wächst hier, jedenfalls nichts, was man mit bloßem Auge erkennen könnte.

b Anders in Tälern, in denen ein oder zwei mal im Jahr die Wasserspülung funktioniert. "Wilde" Dromedare - nirgendwo auf der Welt gibt es sie noch, aber eben wie hier verwildert oder ausgewildert.

c Schistocerca gregaria, die als Allesfresser weithin gefürchtete Wüstenheuschrecke. Ihre Heimat reicht mit 16 Millionen Quadratkilometern von Mauretanien über gesamt Nordafrika und die arabische Halbinsel bis nach dem Nordwesten Indiens. Die Weibchen werden bis zu 8 cm groß, die Männchen erreichen 6 cm. Ein einzelner Schwarm dieser Spezies von Wanderheuschrecken zählt bis zu 100 Millionen Tiere und kann pro Tag an die 200 km zurücklegen. In der Wanderphase verdoppelt sich die Verbreitungsfläche auf 32 Millionen Quadratkilometer, und das entspricht etwa 20 Prozent der Erdoberfläche. Die wirtschaftlichen Schäden dieser gierigen Fresser sind gewaltig.




 
 
 
 
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