Sapere aude!                                                                                                                                               Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!– forderte der Philosoph Immanuel Kant vor mehr als 200 Jahren. Er hatte etwas viel von uns verlangt, aber  ein wenig  sollten  wir   ihm schon  entgegenkommen. Jeder auf seine Weise. Hier die meine.
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Wer schon weiß, wie lang die Küstenlinie Islands ist, bei deren extremer Zerklüftung. Demgegenüber ist die Fläche des Binnenlandes eher klein. Dennoch, einmal dort, wirkt alles unermesslich. Und kaum anders als das, was man zehn, dreißig oder hundert Meter von der Küste entfernt antrifft. 


 a Damit muss rechnen, wer auf Island unterwegs ist.

b Mondlandschaft auf dem Lava-Hochfeld zwischen Egilsstadir im Osten und in Islands nördlicher Mitte, dem Gebiet des Myvatn ("Mückensee").

c Eine Gletscherzunge zieht vom Langjökull hinunter zum See Hvitarvatn.

d Wasser höchster Qualitätsansprüche gibt es auf Island so viel, dass es für den gesamten chronisch dürstenden Nahen und Mittlere Osten reichte.


a Lunare Ansichten auch im Gebiet von den Geitlands im Westen der Insel.

b Der Anfang des Pfades ist noch ausgebaut, nach hundert Metern aber verleirt er sich, und es geht querfeldein.

c Grabenbrüche, wie hier in der Ebene von Thingvellir, ziehen im Zickzack durch die ganze Insel.

d Wer ein bisschen Glück hat, dem begegnet ein kleiner, unscheinbarer Farn, einer, der in Deutschland sehr selten geworden ist: die Mondraute. Gattungsname Botrychium, doch welcher Art?


a Das Island-Klischee, der Geysir. Der Große Geysir im Gebiet von Haukadalur hat seit längerem so ziemlich ausgehaucht, dafür spuckt sein Nachbar, der Strokkur ("Butterfass"), zuverlässig aller zehn Minuten.

b Heiße Quellen sind über die ganze Insel verstreut. Hier eine in Nähe von Grindavik im Westen des Landes. Sie pustet als sogenanntes Fumarol Wasserdampf aus und, als Solfatar, zugleich ekelhaft stinkende Schwefelverbindungen. 

c Diese Quelle hat sich stärker auf die Eigenschaft "Fumarol" festgelegt.

d Ein Vulkanausbruch war gerade nicht drin, hätte aber durchaus sein können, wenn man auf diese Tafel hier schaut.


a Was gibt's denn noch?

b Zum Beispiel einen mächtigen Wasserfall, den von Gulfoss.

c Oder die Silberwurz (Dryas octapetala). Zwar schon verblüht, aber immerhin ein typisches Florenelement. Die Pflanze ist arktisch-alpin verbreitet, kommt als Eiszeitrelikt also auch in unseren Hochgebirgen vor. Sogar in der Hohen Tatra, dem Alpenersatz für uns ehemalige DDR-Bürger.

d Von Gulfoss aus in Richtung Ost weitergefahren, wird die Straße zur Piste. Versicherungsrechtlich mit einem einfachen Leihwagen nicht zu befahren. Aber was kümmert uns die Versicherung, solange nichts passiert. Der Polo hatte uns schon ganz andere Strecken entlanggetragen.


a Zur Abwechslung ein anderer Wasserfall, einer aus dem Gebiet nahe dem Berufjordür in Ostisland.

b Hier wie auch sonst im gesamten Gebiet ist der Knöllchen-Knöterich (Bistorta vivipara) häufig. Arktisch-alpin verbreitet, in den Alpen bis auf 2300 m hochsteigend.

c Ein Enzian im schönsten Enzianblau. Wird in einem einschlägigen, gut bebilderten Florenwerk (H. Kristinsson: Flowering Plants and Ferns of Iceland) als Comastoma tenellum, Slender Gentian, vorgestellt. Anderen Quellen zufolge gleicht er eher dem Bayrischen Enzian (Gentiana bavarica).

d Keine Saatgans, schon gar nicht eine Graugans, sondern die Kurzschnabelgans (Anser brachyrhynchos)! Das Federtier brütet außer auf Island auch auf Grönland und Spitzbergen und überwintert in den Randgebieten der Nordsee. 


a Nicht eben bloß mal (Höcker-)Schwäne, sondern Singschwäne (Cygnus cygnus). Sie brüten auch im nördlichen Skandinavien und finden sich hernach in zunehmender Anzahl bei uns im Binnenland auf den Wintersaaten.

b Hausgemachte Tiere sind das, Schafe. Überall trifft man auf kleine Gruppen, und immer ohne Hüter. Im Herbst werden sie von ihren Besitzern eingesammelt, geschoren, vielleicht auch geschlachtet, um sie dann (die Überlebenden!) im folgenden Frühjahr wieder in die Freiheit zu entlassen.

c Die legendären Islandpferde. Braun oder weiß oder schwarz oder gescheckt, blonde Mähne oder schwarze oder braune, und dennoch wirken sie  allesamt  einheitlich, nämlich klein und robust. Denn so bunt die Pferdchen aussehen, sind sie doch reinrassig, sollen es zumindest sein. Für Island ist der Import von Pferden verboten, noch nicht einmal jene dürfen zurück, die hier geboren wurden. Solche Pferdchen werden mitunter Touristen zum Reiten angeboten, nach eigener Beobachtung aber sind sie den Isländern dafür eigentlich viel zu schade.

d Weithin verstreute Gehöfte, und die mit Wohnhaus und Stallung und beachtlichem Fuhr- und Maschinenpark. Draußen große Heuballen, in Plastik eingetütet.

e Und drinnen stille, zufrieden wirkende Kühe. Menschen sind nicht zu sehen, dafür ein Roboter, der - wie es den Anschein hat - als guter Freund der Tiere das Melken übernimmt.

a Weiter geht's mit der Flora: Die Krähenbeere (Empetrum nigrum) ist für die Heidelandschaften bestandsbildend. Auch in anderen Gebieten der Welt (Tundren Eurasiens, Nordamerikas und die Andenregionen) wächst sie. Nahezu überall dort, wo es für Bäume kein Wachstum mehr gibt. Die Früchte gelten als genießbar, sind aber kein Genuss.

b Eine Orchidee auf Island? Es gibt sie: die "Wald"hyazinthe Platanthera hyperborea, die sonst nur noch auf Grönland und der kanadischen Insel Akimiski vorkommt.

c Bei uns in Deutschland höchst selten zu sehen: das Fettkraut (Pinguicula vulgaris), eine Fleischfressende Pflanze. Ihre drüsenreichen, hellgrünlichen Blätter sind klebrig und scheiden Verdauungsenzyme aus, die den Insekten zur Hölle werden, wenn sie sich darauf einlassen.

d Chamerion latifolium, das Arktische Weidenröschen. Zirkumpolar verbreitet. Man findet es außer auf Island in den zentralasiatischen Hochgebirgen, auch dem Himalaja, und weithin in Alaska und Kanada. Die Grönländer haben das Arktische Weidenröschen zur Nationalblume erkoren.


 
 
 
 
Gerald, Wolf, Magdeburg, Gehirn, brain, Philosophie, Geist, Seele, soul, Gott, god, Bild, Foto, picture, image, Neurotheologie, neurotheology, Hirnforschung, Roman, novel, "Der HirnGott","Glaube mir, mich gibt es nicht", "Das Liebespulver", Magdeburg, humanities, Geisteswissenschaften, neurophilosophy, Neurophilosophie, mind, body, Hirn, nitric, Stickoxid, Wissenschaftsroman, Hirngott, Theologie, Neurotheologie, Gehirn, Gott, Reisen, Welt, Tiere, Pflanzen, Bilder, pictures, plants, animals, travelling