Sapere aude!                                                                                                                                               Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!– forderte der Philosoph Immanuel Kant vor mehr als 200 Jahren. Er hatte etwas viel von uns verlangt, aber  ein wenig  sollten  wir   ihm schon  entgegenkommen. Jeder auf seine Weise. Hier die meine.
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Südspanien im Winter: zwischen 10 und 20 Grad Celsius, wenig Touristen, Vögel, die dem kalten Deutschland entflohen sind, und eine Natur, die sich in ihrem Blühwillen noch zurückhält. Mit Autowandern kommt man weit herum.



a Sevilla, viertgrößte Stadt Spaniens, Gebietshauptstadt, hier die Kathedrale mit dem Glockenturm "La Giralda". Er wurde, 1198 von den Mauren als Minarett zur zugehörigen Moschee gebaut, im 16. Jahrhundert christlich umfrisiert. 

b Europas drittgrößte Kathedrale, atemberaubend schön. Ein Zeugnis von der Herrlichkeit Gottes oder unchristlicher, heidnischer Pomp in Jesu Namen? Was sagt er denn dazu, Jesus Christus? Sollte er ein Freund von Gold und Glitzer sein, uneingestandenermaßen schon damals, als er noch unter den Fischern am See Genezareth lebte?

c Unmittelbar benachbart Real Alcazar, der Palast der AlmohadenHerrscher. Später von den katholischen Königen teilweise "europäisiert". Von hier aus entsandte Isabel I Columbus zur Erforschung des westlichen Seeweges nach Indien.



Sevilla mit Blick auf die Kathedrale. Rechts das im 17. Jahrhundert errichtete Hospital de la Caridad. Es dient noch heute alten und gebrechlichen Menschen, beherbergt aber auch museale Pracht.  

a Kirche im Hospital de la Caridad, Sevillaner Barock.

b Über einem Portal "Finis gloriae mundi" von Juan de Valdes Leal. Es zeigt das womöglich Dramatischste, ja Schrecklichste, was jemals zum Thema "Tod" gemalt worden ist.

c Ein Ausschnitt.  

d Nichts wie weg und raus in die Natur. In den Garigues und Macchien überall häufig: der Echte Rosmarin (Rosmarinus officinalis). Er blüht sogar schon (oder noch?) im Januar.

   

a Das Vorkommen der Blauelster (Cyanopica cyana) ist in Europa auf Spanien beschränkt. In Südspanien sogar recht häufig anzutreffen, findet man den auffälligen Vogel erst im Fernen Osten wieder, z. B. in China und Japan.

b Das Purpurhuhn (Porphyrio porphyrio) gehört wie das Blesshuhn zu den Rallen, ist aber von Haushuhngröße und durch seinen roten Schnabel, die rote Blesse und das metallisch schillernde Blauviolett viel imposanter. Ein ausgesprochen seltener Vogel, der fleckenweise nur in Südeuropa vorkommt, dafür aber auch in Südostasien, Australien und sogar auf Neuseeland. Hier im Donana-Nationalpark im Süden Andalusiens.

c Im selben Gebiet die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis), hier in treulicher Gemeinschaft mit der (eingeschleppten) Kaspischen Wasserschildkröte (Mauremys caspica).  

d Korkeichenwälder in der Sierra Morena nordwestlich von Sevilla. Gerade mal in Nationalparks trifft man ungeschälte Korkeichen an Quercus suber, erkennbar an den derben, fast ganzrandigen Blättern. Aber selbst in solchen geschützten Gebieten fällt die Baumarmut auf. Fast ganz Spanien ist von dem Raubbau an den Wäldern betroffen. 

  

a In der Sierra morena ist auf feuchtem Felsen die Flechte Lecidella (elaeochroma?) recht häufig. Typisch die schwarzen Fruchtkörper (Apothecien) auf grünlich grauem Flechtenlager.

b Deswegen wäre ich fast an einen Chausseebaum geknallt: hoch oben am Himmel Gänsegeier (Gyps fulvus)! Ihr Verbreitungsgebiet ist sehr lückenhaft und erstreckt sich von Südeuropa bis in den Himalaya.

c Ebenfalls ein Chaussee-Erlebnis: eine Manguste (auch Ichneumon genannt, Herpestes ichneumon), vermutlich erst wenige Minuten zuvor überfahren. Mangusten bilden innerhalb der Ordnung der Raubtiere eine eigene Familie, zu der auch die Mungos und die Erdmännchen gehören.  

d In der Sierra Morena werden Kampfstiere gezüchtet. Auf guten Weiden haben sie 3 bis 5 Jahre lang eine regelrechte Fettlebe, bis sie dann ..., nun ja, Spanien eben.  


a Afrika in Sicht! Vom Südrand Andalusiens aus kann man hinüberwinken, gerade mal 14 km sind es. An dieser Stelle schoss vor etwa 5 Millionen Jahren der Atlantik in die ausgetrocknete Mittelmeer-Senke.

b Der Felsen von Gibraltar, das so ziemlich einzig Imposante an der britischen Kronkolonie.

c Ein ausgesprochenes Drecknest, das Industriegebiet von Huelva an der Mittelmeerküste. Aber ein Stück schlammiger und kaum berührbarer Natur gibt es doch, das vogelreiche Feuchtgebiet Marismas del Odiel.  

d Hier stochert ein SandRegenpfeifer (Charadrius hiaticula) nach Fressbarem.   


a Die Strandklette (Lobularia maritima) blüht schon (oder noch?) im Januar.

b Ölbäume und Schnee. Von der Alhambra aus sieht man die Sierra Nevada. So schön weiß leuchten die Berge nur im Winter.

c Granada ist durch die Alhambra berühmt. Die Kalifen der Nasriden-Dynastie wollten durch sie die Vorstellung von einem Paradies erwecken.  

d Alhambra, Sala de los Abencerrajes. Pythagoras' Lehrsatz inspirierte zu dem geometrischen Deckenmuster.


a Eine noch einigermaßen römisch gebliebene Brücke führt über den Guadalquivir hinüber zu Cordobas berühmter Mesquita.

b Ein besonderer Kulturgenuss, sich an eine der mehr als 850 Säulen aus Granit, Jaspis oder Marmor anzulehnen.

c Muslimischer, gotischer und barocker Stil in einem.  

d Herzergreifend schön.

  

a Maurische Mauern innerhalb der Mezquita, denen der Veränderungswillen kirchlicher Bauherren nichts anhaben konnte, oder wollte.

b Eines der so genannten Weißen Dörfer (Pueblos Blancos) im Küstengebirge. In diese befestigten Siedlungen hatten sich so manche Andalusier vor Räubern und Piraten gerettet. In maurischer Tradition sind die Häuser weiß getüncht.

c In derselben Gegend liegt Ronda, eine mittlere, sehr ansehenswerte Stadt. Es war eine der letzten maurischen Bastionen, bevor sie 1485 den Spaniern in die Hände fiel. Heute eine Hochburg des Stierkampfes.  

d Dorfidylle irgendwo. Und immer und über allem thront die Kirche.  

 
 
 
 
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