****       Sapere aude!         ****        
                 
Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! – forderte der Philosoph Immanuel Kant vor mehr als 200 Jahren. Er hatte etwas viel von uns verlangt, aber  ein wenig  sollten  wir   ihm schon  entgegenkommen. Jeder auf seine Weise. Hier die meine.
 

Achse des Guten 21.08.2017 / Foto:  / Hakeliha

Vom Angsthaben 

Von Gerald Wolf. 

Der Herzog heißt Herzog, weil er vor dem Heer herzog. Früher. Selbst Könige taten das mitunter. An der Front ihrer Heere, da klirrten die Schwerter, flogen die Pfeile, dort war es gefährlich. Bald aber wurde das den Herzögen zu dumm. Oder wem auch immer, der so wichtig war, dass er vor dem Heer herzuziehen hatte. Man zog vor, die Kampfesleitung nach hinten zu verlegen. Heute ist das allgemein üblich. Die Wichtigsten des Landes, die Politiker, die bleiben hinten. Und weil mittlerweile selbst hinten Gefahr droht, schützen sie sich auch dort, so gut es immer geht. Zum Beispiel, indem sie sich mit Bodyguards umgeben und in gepanzerten Limousinen umherfahren. Natürlich können nicht alle Menschen in gepanzerten Limousinen umherfahren und von Bodyguards umgeben sein, selbst wenn ihnen Gefahr droht. Einfach, weil überall Gefahr ist, zumindest zu sein scheint.

Früher hieß es, man solle Mut und Tapferkeit beweisen. Diese Begriffe haben heute ausgedient.  Andererseits ist es nicht gut, wenn unsere Menschen immerzu Angst haben, nur weil sie ständig irgendwelche Einzelfälle vor Augen haben. Oder viele Einzelfälle. „Nein, wir lassen uns von der Angst nicht unterkriegen,“ rufen die Politiker aus ihren gepanzerten Limousinen heraus und von Bodyguards umgeben. „Denn“, rufen sie, „davon profitieren die da nur, die Angstmacher“. Auch warnen die Politiker und ihre Kommunikationshelfer vor Ängsten und Phobien, wie es bisher allein Sache der Psychiater war. Denn Ängste und Phobien sind Anzeichen von seelischen Störungen, und davor, jawohl, vor den Ängsten und Phobien sollte man Angst haben!

Viel, viel älter als die Menschenstaaten sind die der Insekten. Natürlich kann man uns Menschen nicht mit staatenbildenden Insekten vergleichen, mit Ameisen, Bienen und Termiten. Einfach, weil wir Menschen Menschen sind.

Dennoch haben solche Vergleiche aus systembiologischer Sicht ihren Reiz. Die wichtigsten Individuen in solchen Insekten„staaten“ nennt man „Königinnen“. Nicht etwa große Politikerinnen sind das, nein, sie sind nur Eierlegemaschinen. Immerhin hängt das Wohl und Wehe ihres jeweiligen „Volkes“ von ihnen ab, und so sind diese Königinnen samt und sonders im Inneren ihrer Staaten von Wachmannschaften umgeben, die sie bestens schützen. Seit Millionen und Abermillionen von Jahren funktioniert das. Hervorragend. Und zwar, ohne dass diese Königinnen oder etwaige Kommunikationshelfer den Einzelnen in ihrem Volke ständig sagen müssten, sie sollten, obschon ständig von Gefahren bedroht, keine Angst haben. Sich weder von Ängsten noch von Phobien leiten lassen. Denn die Glieder eines solchen Volkes, die Arbeiterinnen und die Soldatinnen, sind – mit Verlaub gesagt – so doof, dass sie Angst gar nicht kennen! 

 
 
 
 
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