Sapere aude!                                                                                                                                               Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!– forderte der Philosoph Immanuel Kant vor mehr als 200 Jahren. Er hatte etwas viel von uns verlangt, aber  ein wenig  sollten  wir   ihm schon  entgegenkommen. Jeder auf seine Weise. Hier die meine.
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Achse des Guten 31.07.2017 / Foto: Bildarchiv Piederman

Boiling Frog Syndrome

Von Gerald Wolf.

 

Hierbei geht es um Kochen, um einen Frosch und einen Symptomenkomplex, ein Syndrom. Alles auf Englisch. Frei übersetzt, sehr frei, könnte man statt Boiling auch Trinken sagen, Tee anstelle von Frog setzen und für den sperrigen Begriff Syndrom das deutsche Abwarten. Herauskommt, noch immer sinnentsprechend: „Abwarten und Tee trinken“. Nur, dass man dann allzu weit vom Eigentlichen weg ist. Denn es handelt sich ja um ein (gedankliches!) Tierexperiment.

Im ersten Teil des Experimentes setzt man einen Frosch in einen mit heißem Wasser gefüllten Topf. Der Frosch wird sofort herausspringen. Das ist insofern nicht unbedingt zu erwarten, da ja Frösche bekanntlich zu den wechselwarmen Tieren zählen – es sind sogenannte Kaltblüter –, und man daher auch annehmen könnte, er passe sich der Temperatur einfach an. Nein, das tut er nicht. Eben weil ihm das Wasser zu heiß ist. Er fürchtet um Leib und Leben.

Zum zweiten Teil: Man setzt den Frosch in einen Topf mit kaltem Wasser. Er bleibt drin. Es ist ja sein normales Milieu. Jetzt kommt das Perfide: Langsam wird das Wasser in dem Topf erhitzt. Ganz langsam. Was passiert? Nichts, dem Tier ist das angenehm. Es bleibt sitzen. Was aber, wenn man das Wasser weiter erhitzt, ganz langsam, aber stetig? Wenn es heißer und heißer wird, dann fühlt sich das Tier allmählich nicht mehr wohl. Immer unangenehmer wird es ihm. Dennoch, es bleibt sitzen. Der Frosch passt sich an und harrt aus. – So lange, bis es für einen Absprung zu spät ist, und er verbrüht.

 
 
 
 
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